Öffentliche wie private Schulden sind – historisch wie aktuell – ein hochbrisantes Thema: Einerseits gehören Kredite ganz grundlegend zum Charakter unserer Wirtschaft, andererseits sind geschichtlich betrachtet vermutlich mehr Reiche durch Überschuldung untergegangen als durch verlorene Kriege.

Schulden haben Folgen. Jede Schuld muss irgendwann bezahlt werden und – historisch wie aktuell – führt ein dauerhafter Verstoss gegen diese Regel zu gravierendsten Konsequenzen.

Auch Vermögen hat Folgen, und es ist ein fundamentaler Irrtum anzunehmen, es würde zu nichts verpflichten und „einfach frei“ machen. 

Kern bei der Schulden-Thematik ist aber die hohe Bindungswirkung einer Schuld: Sie bestimmt zukünftiges Verhalten mehr als alles andere. Denn es braucht auf Seiten des Schuldners „Zukunft“ und „Erfolg“, um eine Bezahlung sicherzustellen. Und auf Seiten des Gläubigers braucht es die Fähigkeit, lang, oft sehr lange auf das entliehene Vermögen zu verzichten. Beides ist jedoch in sich höchst riskant, beides ist in hohem Masse unvorhersehbar.

Vermögen in sich bedeutet ja auch Handlungsmacht. Das macht es ungeheuer attraktiv, stellt aber gleichzeitig die „Sinnfrage“: Wozu wird man es verwenden? Was geschieht, wenn man es zum Teil über Jahrzehnte nicht verwenden kann? Gläubiger wie Schuldner stehen hier jeweils vor einer extrem weitreichenden Problematik.

Der grösste Teil unseres Wirtschaftssystems beruht jedoch auf einer sich „im Umlauf“ befindlichen Geldmenge, die solche zukünftigen einzulösenden Erwartungen zu ihrem Kern, zu ihrem eigentlichen Gegenstand haben. In vielen Fällen bestehen volkswirtschaftliche und private „Vermögen“ bei Licht bestehen wenn nicht aus effektiven Verbindlichkeiten, so doch aus direkten oder indirekten Verpflichtungen. Private („Hausfinanzierung“), betriebliche („Investitionsfinanzierung“) wie staatliche („Pensionszusagen“) Beispiele sind Legion.

Zu den Verpflichtungen, die wir uns als Gemeinwesen auferlegen müssen gehört auch, dass wir dafür bezahlen, was uns – ganz wörtlich – „etwas wert“ ist. Dazu müssen alle die Dinge gehören, die uns die Verfassung vorgibt. Dazu können aber auch alle Dinge gehören, die wir auf dem Weg der politischen Willensbildung aktuell für Wert erachten.

In der Schweiz gehört der Erhalt und die Förderung von Mensch und Umwelt zu den fundamentalen Werten. Weder das „Lebensmodell Schweiz“ noch das „Wirtschaftsmodell Schweiz“ funktioniert ohne die Natur. Wir machen solche Fragen daher immer wieder auch zum Gegenstand aktueller Beiträge (Beispiel: „Bezahlen werden wir in jedem Fall“).

Wir beobachten laufend die Entwicklung vor allem der europäischen Staats- und Privathaushalte (soweit das auf öffentlich zugänglichen Zahlen möglich ist) und bieten immer wieder zu einzelnen Themen Artikel von Interesse an. Gerne übernehmen wir unter gewissen Voraussetzungen auch Auftragsarbeiten zu diesem Thema an.

Das folgende Bild (aufgenommen in Quedlinburg) könnte aktueller kaum sein: