Über 150 Jahre alt: Der Wimmiser „Suppetag“

Viele, sogar «sehr viele» Wimmiser (So der Samariterverein Wimmis) kamen zum «Suppetag» in das alte Schulhaus

Im «Schlossblick» (altes Wimmiser Schulhaus) belebten am 30. 11. Der Samariterverein Wimmis eine alte, lokale Tradition: Den «Suppetag». Und es ist weit mehr als das einfache Ausschenken von «Ärbssuppe mit Wurscht oder Gnagi», von «Züpfe u Turte», was ab 10 Uhr am Samstag, dem 30.11. viele Wimmiser in den «Schlossblick» lockte.

Und es waren dann am Ende 120 Liter Suppe die – über Kaffee und Torte hinaus – verkauft wurden. Fast 40 Liter spendeten die Wimmiser Samariter dann nach Abschluss der Veranstaltung der Notschlafstelle Thun, die sehr dankbar für die unverhoffte Essens-Zufuhr war.

Es ist eine Wimmiser Tradition, das Suppe-Ausschenken. Und so mancher erinnert sich daran, dass man das «schon sehr lange» macht, aber wie lange, das weiss vielleicht niemand mehr genau. Wenn man nicht…

… die Geschichte ein wenig zu Hilfe nimmt: Es war der ehemalige Wimmiser Pfarrer Wellauer, der 1957 in seinem Buch «Alt-Wimmis» daran erinnert, dass die Wimmiser bereits in den Armutsjahren ab 1846 eine ausgiebige Armenspeisung mit täglichem Suppenausschank vornahmen. In den Wimmiser Gemeinderechnungen aus der damaligen Zeit sind nicht nur die Zutaten der Armensuppen verzeichnet, sondern auch, was sie gekostet haben und wie viel Suppe gekocht wurde.

Weihnachten 1864: Der erste «Suppetag»

Der erste Tag, an dem damals die Armensuppe ausgeschenkt wurde, war Weihnachten, also der 25.12.1846, und der Betrieb der Suppenküche wurde bis zum 18. Mai 1847, also 145 Tage lang, aufrechterhalten. Dies ist sicherlich auch ein Hinweis darauf, wie kalt es damals war und wie lange der Winter dauerte.

Bezugsberechtigt waren damals «Arme und Unterstützte gegen Gutschein, sonstige hier Wohnende, auch Ausburger gegen Bezahlung von 2 ½ Rappen per Maas». Die damals sehr armen Wimmiser mussten sich ein Teil des Geldes sogar «bei der Staatskasse» in Bern leihen.

Die heutigen Wimmiser zahlten – natürlich auch zur Unterstützung des Wimmiser Samaritervereins – gerne CHF 5,- für einen «Täller Ärbssuppe», und mit deftigen Beilagen auch noch mehr. Die heutigen Samariter wurden damit in die Lage versetzt, Ihre Arbeit (in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Simmenfluh und den umliegenden Samariter-Verbänden) schon ab Januar 2020 mit den nächsten Kursen und Einsätzen weiter fortzusetzen.

Heidi Krebs von der Trachtengruppe Wimmis übergab noch vor dem «Suppetag» die Suppenküche an den Samariterverein Wimmis, hier vertreten durch Präsidentin Brigitta Frey.  

 

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